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Wie läuft die Therapie von Diabetes Typ 1 ab?

Die Therapie des Diabetes Typ 1 ist im Grunde recht simpel, aufgrund der völligen Abwesenheit von Insulin muss dieses exogen zugeführt werden. Die beste und erfolgreichste Insulingabe erfolgt über Spritzen bzw. sogenannte „Pens“ in denen Insulinampullen stecken, aus denen tropfengenaue Injektionen durchgeführt werden können.

Bei Typ-1-Patienten wird in fast allen Fällen eine intensivierte Insulintherapie durchgeführt. Das bedeutet, es wird ein- oder zweimal täglich ein langsam wirkendes Insulin gespritzt, ein sogenanntes Basal Insulin, dieses wirkt 12-24 Stunden lang, je nach Art des Insulins und nach der Menge der gespritzten Einheiten. Diese Basal-Rate stellt den Basis Haushalt an Insulin dar und dient der Verarbeitung des von der Leber laufend synthetisierten Zuckers.

Zusätzlich wird zu den Mahlzeiten nach BE-Faktoren eine bestimmte Menge an Bolus Insulin (schnell wirkendes Insulin) für eine bestimmte Menge an zugeführten Kohlenhydraten gespritzt. Die BE-Faktoren sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und werden auch beeinflusst durch die Tageszeiten, mögliche Hormonspitzen (besonders in der Pubertät) und Sport oder extreme Anstrengungen.

Dadurch ist der Patient völlig unabhängig und kann quasi essen und trinken, was er will und wann er will, solange er die nötige Menge an Bolus Insulin injiziert. Lediglich Blutzuckermessungen vor den Mahlzeiten müssen durchgeführt werden, um den Erfolg der gespritzten Insulin-Menge zu beobachten und gegebenenfalls mit Bolus Insulin zu korrigieren, falls der Wert eine oberste Grenze von 7,5 mmol/L übersteigt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine intensivierte Insulin Therapie das Leben als Diabetiker enorm erleichtert. Man ist relativ ungebunden, was den Tagesablauf und die Essenszeiten betrifft und kann somit auch als Jugendlicher alle Aktivitäten durchführen wie auch jeder Nicht-Diabetiker.

Die Insulin-Therapien werden auch ständig weiter verbessert, so werden immer besser wirkende Insuline entwickelt, um dem Patienten die Therapie so einfach wie möglich zu gestalten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer Insulinpumpe anstatt von Spritzen oder Pens. Die Insulinpumpe ist ein ständiger Begleiter, dessen dünne bewegliche Nadel immer im Bauchfett des Patienten verbleibt und somit ohne lästiges Neueinstechen, wie es bei einem Pen von Nöten ist, jederzeit die gewünschte Menge an Insulin verabreicht.

Was ist das Therapie Ziel?

Das Therapieziel ist es, die Blutzuckerwerte im Bereich derer eines Nicht-Diabetikers zu halten. Also in einem Bereich zwischen 4,5-6,5 mmol/L. Wird die Therapie eingehalten und das Therapieziel erreicht, so kann Folgeschäden effektiv vorgebeugt werden.